Persönliche Assistenz braucht genaues Hinschauen
Für viele behinderte Menschen ist die persönliche Assistenz der Schlüssel zur Selbstbestimmung. Sie ermöglicht es, den Alltag nach eigenen Vorstellungen zu führen, zu wohnen, zu arbeiten und am Leben teilzunehmen. Grundlage ist häufig ein Persönliches Budget, organisiert im Arbeitgebermodell oder über einen Assistenzdienst. Ihr Gelingen hängt jedoch von einer Zusammenarbeit ab, die bis in den persönlichsten Bereich hineinreicht. Das stellt beide Seiten vor Herausforderungen, die leicht unterschätzt werden.
In gewöhnlichen Arbeitsbeziehungen lässt sich einander ausweichen. In der persönlichen Assistenz fehlt diese Möglichkeit. Die Abhängigkeit verläuft in beide Richtungen. Assistenznehmende weisen an und sind zugleich ohne jede Alternative auf diese Unterstützung angewiesen. Die Assistenzkraft ist weisungsgebunden und erlebt zugleich Verletzlichkeit, die sonst niemand sieht. Nähe und professionelle Distanz stehen in ständiger Spannung, aus dem gemeinsamen Alltag entsteht Vertrautheit, Freundschaft und Arbeitsverhältnis überlagern sich. Vieles bleibt dabei unausgesprochen, Rollen werden über Gewohnheit geregelt statt über Absprache.
Hinzu kommt, dass auch innerhalb eines Assistenzteams Konflikte entstehen, obwohl die Beteiligten einander kaum sehen. In diesem Gefüge lohnt es sich, genau hinzuschauen.
Als Assistenznehmer und Mediator sehe ich diese Konflikte aus doppelter Perspektive, aus eigenem Erleben und aus der beruflichen Arbeit. In dieser Verbindung begleite ich Assistenzverhältnisse, zwischen Assistenznehmenden und Assistenzkräften, innerhalb von Teams und im Verhältnis zum Assistenzdienst. Sprechen Sie mich gern an.